Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Inhaltsverzeichnis

Weimarer Republik, Nazidiktatur und Zweiter Weltkrieg (1919 – 1945)

1933 - 1945

Das "Dritte Reich"

Die Schrecken des Nationalsozialismus zwischen der Machtergreifung vom 31. Januar 1933 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vom 8. Mai 1945 haben auch im Rheinland und in Westfalen tiefe Spuren hinterlassen.
Ideologie und Ziele des Nationalsozialismus waren konsequent auf die Gleichschaltung von Reich und Ländern sowie die Schaffung hierarchischer und monolithischer Strukturen in Politik, Gesellschaft und auch Wirtschaft ausgerichtet.
Zu keiner anderen Zeit der Geschichte waren die typischen Eigenarten und Profile der beiden Regionen so reduziert und unterdrückt als während dieser Jahre. Zwar zeigten die Wahlen des Jahres 1933, dass sicher nicht die Mehrheit der Rheinländer und weit weniger noch die Westfalen die nationalsozialistische Diktatur wollten, aber trotz eines um fast 8 Prozentpunkte unter dem Reichsergebnis liegenden Wahlergebnisses für die NSDAP, stimmten über 35% für die Nationalsozialisten. Große Auflehnung gegen die Beseitigung der verfassungsmäßigen Strukturen fehlte. Die Verfolgung von politisch Andersdenkenden, die barbarische Missachtung von Menschenrechten und -würde nahmen einen ähnlichen Verlauf wie im Rest Deutschlands.

Karrikatur aus dem Kladderadatsch

Die Gräueltaten vom 9./10. November 1938 verschonten kaum eine jüdische Einrichtung. Nur ganz wenige Synagogen, die bereits vorher andere Besitzer gefunden hatten, weil das jüdische Leben bereits erloschen oder unmöglich geworden war, blieben unzerstört. Die Verfolgung der Juden, der Raub ihres Besitzes und am Ende ihre nahezu völlige Verschleppung und Ermordung gehörten auch im Rheinland und in Westfalen zu den dunkelsten Kapiteln der Geschichte.
Das Ruhrgebiet, die besondere Wirtschaftskraft der Rheinlande und die strategische Bedeutung machte das heutige Nordrhein-Westfalen zu Kriegsbeginn zu einem Zentrum des Zweiten Weltkriegs. Von hier aus wurden die Blitzkriege gegen die neutralen Nachbarn gestartet, hier lag das Zentrum der kriegswichtigen Schlüsselindustrien und natürlich der Waffenproduktion. Ab 1942 konzentrierte sich ein erheblicher Teil des Luftkriegs der Alliierten auf das Ruhrgebiet, die großen Städte und Industriestandorte an Rhein und Ruhr. Mit Aachen wurde 1944 auch die erste deutsche Stadt von den Alliierten erobert, und hier fanden gegen Ende des Krieges furchtbare Schlachten und Kämpfe statt wie die Schlacht im Hürtgenwald, die unübersehbare Zerstörungen und Verwüstungen hinterlassen haben.

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