Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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Chronik

Verdrängung

Die zahlreichen Verbote wurden von einem Verdrängungsprozess gegen politische, konfessionelle und bündische Jugendorganisationen begleitet, der seinen deutlichsten Ausdruck darin fand, dass deren Heime oder Freizeitstätten mit staatlicher und städtischer Unterstützung von der HJ übernommen wurden. Sie wurde damit im Vergleich zu anderen Jugendorganisationen symbolisch aufgewertet und insbesondere von der Kölner Stadtverwaltung eindeutig materiell bevorzugt.

Das Waldbad Dünnwald im Jahr 1938

Das beliebte Bad, 1922 auf Initiative der Dünnwalder Arbeiterbewegung gegründet und ausgebaut, wurde – seit 1928 in städtischer Trägerschaft – war unter Arbeiterjugendlichen und Anhängern der Naturfreundebewegung sehr beliebt. Im Frühjahr 1933 wurde es der HJ kostenlos zur Verfügung gestellt, die es als offizielle HJ-Einrichtung übernahm. Künftig sollte das Bad, von NS-Seite als "berüchtigter Schlupfwinkel" für Angehörige der Arbeiterbewegung diffamiert, "der deutschen Jugenderziehung zu Wahrhaftigkeit, männlicher Charakterstärker und weiblicher Opferbereitschaft" dienen. Daher wird kaum ein Jugendlicher, der der HJ kritisch gegenüber stand, den Weg hierhin gefunden haben.

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