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Erster Weltkrieg (1914 – 1918)

Die Mondlandschaft

Kein Krieg hat das Landschaftsbild so verändert wie der Erste Weltkrieg. Es dauerte Jahre, bis die von unzähligen Artilleriegranaten immer wieder durchpflügten und jeglicher Vegetation beraubten Landstriche, in denen sich ein über vier Jahre hinziehender Stellungskrieg abspielte, wieder einigermaßen erholt hatten. Der teilweise durch Giftgas völlig verseuchte Boden sollte nur noch ein Krüppelwachstum von Pflanzen ermöglichen. Jede landwirtschaftliche Neunutzung ist bis heute wegen der vielen Blindgänger mit Lebensgefahr verbunden.

Auf dem Höhenrücken "Les Esparges" (bei Verdun) hat der unterirdische Minenkrieg Sprengtrichter von bis zu 25 m Tiefe und 80 m Durchmesser entstehen lassen. Die hart umkämpfte Höhe "Toter Mann" (ebenfalls bei Verdun) ist durch den heftigen Artilleriebeschuss etwa 10 m niedriger geworden. Ebenso wurden ganze Dörfer gleichsam pulverisiert und waren nur noch in einer Luftaufnahme als ein Fleck in der Kraterlandschaft zu erkennen. Viele der damals zerstörten Dörfer wurden niemals mehr aufgebaut; sie sind noch heute (2005) als sog. "Villages Détruits" (Zerstörte Dörfer) vorhanden. Meist erinnert an der Stelle, wo die ehemalige Dorfkirche stand, eine Kapelle an den ursprünglichen Ort.

Zunehmend werden die Relikte des Ersten Weltkrieges touristisch erschlossen. Das ehemalige Schlachtfeld von Verdun beispielsweise überzieht ein Netz von Wanderwegen, auf denen der Besucher abseits der touristischen Highlights einzelne Brennpunkte der Schlacht von 1916 erwandern und sich anhand von Informationstafeln informieren kann.

Aber auch an weniger bekannten, im Ersten Weltkrieg weniger umkämpften Abschnitten, beginnt man, die Relikte zu erschließen. Ein Vorteil dieser ruhigeren Frontabschnitte ist, dass sich viele Anlagen wie Schützengräben, unzählige Typen von Unterständen, Stacheldrahtverhauen, Geschützstellungen weitgehend unzerstört erhalten haben. Was in den letzen 90 Jahren von der Natur überdeckt wurde, wird heute wieder freigelegt und ausgegraben, sogar teilweise rekonstruiert. So mutieren die Relikte des Ersten Weltkrieges zu einer Art Schlachtfeld-Freilichtmuseum in situ.

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