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Erster Weltkrieg (1914 – 1918)

Auswirkungen des Krieges

Bei Kriegsausbruch erfasste die nationalistische Begeisterung die Bevölkerung der Rheinprovinzen wie überall sonst auch. Alle waren überzeugt, dass das Deutsche Reich den Krieg zu Recht führe und den Sieg erringen werde. Hier wie anderswo meldeten sich viele Männer freiwillig zum Kriegsdienst.

Schwarz-weiß Foto: Soldaten in einem Eisenbahnwaggon

Von direkten Kriegshandlungen waren das Rheinland und auch Westfalen nicht betroffen, die Region war aber Aufmarschgebiet für die deutschen Truppen; von hier aus fielen sie nach Belgien und Nordfrankreich ein. Neben seiner Funktion als Aufmarschgebiet lag die Bedeutung des Rheinlandes auch während des Krieges in seiner Eigenschaft als Industriegebiet. Die Produktion wurde auf Kriegswirtschaft umgestellt. Wegen dieser Bedeutungen sollte es im Kriegsverlauf zu gelegentlichen Bombardements rheinischer Industrieanlagen, Bahnhöfe und anderer strategi-scher Einrichtungen kommen.

Zwangswirtschaft und Lebensmittelrationierungen wurden schnell Alltag. Besondere Auswirkungen zeigten sich schnell im Bergbau, denn ohne die Importe aus England und Frankreich war die Wirtschaft ganz auf die geförderten Mengen aus eigener Produktion angewiesen. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Kohle und Kokereierzeugnissen. Da fast ein Drittel der Zechenbelegschaften zum Militärdienst eingezogen worden waren, griffen die Zechenbesitzer auf französische Kriegsgefangene zurück, die zumeist gelernte Bergarbeiter waren und für ihre Arbeit unter Tage bezahlt wurden. Außerdem wurden ab 1916 wegen akuten Arbeitskräftemangels Frauen im Bergbau und in der Industrie eingesetzt. Schwerarbeit und 12-Stunden Schichten waren die Regel und obwohl die Frauen eine zumindest vergleichbare Leistung erbrachten, verdienten sie nur die Hälfte des Lohns männlicher Arbeiter.

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